2012 wieder auf Tour
und zwar vom 25. April bis 6. Mai 2012
Obwohl
er es nie auf kommerziellen Erfolg abgesehen hatte und ihm die Regeln des Big
Business stets „an der Latzhose vorbei gingen“, ist er bekannt wie ein
bunter Hund: „Klaus der Geiger“! Seit gut 40 Jahren steht sein Name für
virtuoses Geigenspiel und sozialkritische Texte. Kaum eine Fußgängerzone,
die er nicht bespielt hat. Die rauhe Heftigkeit, mit der der inzwischen 70-Jährige
seine Lieder vorträgt und die politische Schärfe seiner Angriffe gegen die Mächtigen
im Lande, sorgen mit schöner Regelmäßigkeit für Diskussionen in den Medien
und Menschenversammlungen auf offener Straße. Aber es gibt auch konzertante
Hochgenüsse und jede Menge Spaß und Spielfreude wenn der „Asphalt-Paganini“
mit seinen Kumpanen loslegt ...
Vom Orchestervirtuosen und Komponisten Neuer Musik, (Musikstudium in Köln unter Mauricio Kagel und Karl-Heinz Stockhausen; Violinstudium in der Meisterklasse von Max Rostal) entwickelte sich Klaus von Wrochem, geprägt von den Eindrücken des Vietnam-Kriegs und der Hippiebewegung, zum „Bürgerschreck“ und Strassenmusikant. Als Kölner Wahrzeichen wurde er zum Sprachrohr der Sorgen und Nöte der Verlierer im Wohlfahrtsstaat. Bücher, Schallplatten, CDs, Fernsehauftritte und viele Konzerte, auch auf großen Bühnen, u.a. mit BAP, den Höhnern und Jürgen Becker, belegen dies eindrucksvoll. Klaus der Geiger ist sich und seinen Idealen treu geblieben! Ob als Dirigent und Leiter des Kölner „Salon Orchesters“, beim Kölner "Ziegenbart"-Karneval, im Duo mit Sascha Loss oder dem hochkarätigen Trio „Drei Geiger unter Euch“, oder eben mit dem "Maximum-Terzett". Neues Lieder-Buch!
Und neue CD:

1. Mai 2009 auf dem Ulmer Münsterplatz (Bild: Neu-Ulmer Zeitung / Horst Hörger)
„Klaus der Geiger-Auftritte unterscheiden sich deutlich von denen seiner Kollegen. Gleich einem Naturereignis, schwer zu beschreiben, muß man einfach erleben, wie der Mann in der abgewetzten Lederlatzhose seine Geige liebevoll streichelt, ihr herzergreifende Töne entlockt, dann aber im nächsten Moment auf sie eindrischt, als wolle er sie in Stücke sägen. Blues ist es nicht, aber er hat ihn. Rock ist es nicht, aber es groovt gewaltig. Folk ist es nicht, aber das Volk ist verzaubert.“ (ein Hamburger Journalist)

Klaus der Geiger beim Edelweißpiraten-Festival:
http://www.youtube.com/watch?v=YMbuZI3hl34
„Nein Nein wir wolln nicht eure Welt“ Gegen den Bau einer neuen Landebahn in Frankfurt (2007):
http://www.youtube.com/watch?v=pvaeYOoCfOM
Punkversion mit „Heiter bis wolkig“:
http://www.youtube.com/watch?v=D61dlsJ_T9Q

Das Maximum-Terzett bei der Anti-Nazi-Demo in
Köln (Sept 08) Copyright & Dank: David Schmitz
Kontakt:
|
Hans Wild |
Tel. 07344/952854 |
hallo<ät>hans-wild.de |
|
Christian Presch |
Tel. 0521/130086 |
Cpresch<ät>aol.com |
|
Klaus von Wrochem |
Tel. 0221/319116 |
klausdergeiger<ät>netcologne.de |
Bitte
<ät> durch @ ersetzen!
Die
Geiger-Homepage: www.klausdergeiger.de
P r e s s e s t i m m e n



SZ Weingarten, 3. Mai
2005
"Klaus der Geiger" in der Linse
Er singt von Vampiren und Magengeschwüren
WEINGARTEN - Da muss etwas dran sein an einem Musiker, wenn sich Besucher noch an seinen Auftritt in der "Räuberhöhle" erinnern, der um die 20 Jahre zurückliegen dürfte. Jetzt war er wieder da, in der "Linse". Das Urgestein aufmüpfiger, hellwacher und ungebrochen engagierter Musiker: "Klaus der Geiger" aus Köln.
Er ist geprägt durch die 68-Bewegung, wie Joschka F., nur dass er sich nicht breit gemacht hat im feinen Garn und mit der Macht. Bürgerlich heißt er Klaus von Wrochem, hat klassisch Violine studiert, in einem professionellen Sinfonieorchester gespielt, bis ihm klar wurde, für wen. Und er, vor über 30 Jahren, den Konzertsaal mit der Straße tauschte, als, wie bei Joschka F. in Frankfurt, auch in Köln preiswerter, solider Wohnraum von Spekulanten und Konzernen, halbe Straßenzüge oft, geräumt wurde, als Zigtausende auf die Straße gingen gegen die Aufrüstung, später bei Ford gestreikt wurde gegen die ersten Entlassungen, als auch in Köln die Neue Armut in der Innenstadt zu sehen war.
Da wurde "Klaus
der Geiger" zum Ärgernis der Oberen und zum Liebling der "Straße".
Zum Widerstand rief er auf, zum Nachdenken statt zur Resignation, wurde
"unten" so beliebt wie ein Millowitsch. Etwas Rheinisches haben sie beide
gemein: die unbändige Lebenskraft und die Lust am frechen Witz. Und
beide ließen sich nie verbiegen. Noch immer in der ledernen Latzhose,
ein bisschen, wie er in einem selbstironischen Lied anmerkt, wie "Peter
Lustig", nur leider halt nicht ganz so lustig leicht wie der, doch mit
unbändigem Lachen über die politischen Schweinereien, die ihn
noch immer zu neuen, wilden Liedern animieren - gegen die Vampire vor der
Tür, und die Magengeschwüre, die sie auslösen: die Ängste,
rauszufallen aus dem System, in dem nur noch eines gilt - der Profit.
Da drischt er ein
auf seine Geige, rasend schnelle, kurz gestrichene Akkorde, eingängige,
fast simple Melodien und Reime. Gebrauchslyrik, Musik die schnell wirken
muss auf der Straße - und das macht keiner wie er. Sie ist agitatorisch,
aber ganz unversehens lyrisch, poetisch. Da dreht sich eine virtuos gespielte
Kantilene aus dem bellenden Rhythmus, und hinter der politischen Anklage
Zärtlichkeit, weil Klaus von Wrochem die "unten", denen er Mut machen
will, liebt. "Wo ist das Lachen wo ist das Weinen / wo sind die Töne
die leisen und feinen? / es ist alles da in Dir!" Mehr als andere Politbarden
ist er ein derber, fetziger aber auch zutiefst feinfühliger, virtuoser
Profimusiker, der das politische Lied mit Wut, mit Verve und genauso mit
warmem sattem Bogen spielt. Typisch für Klaus den Geiger, seine ungebrochene
Menschlichkeit, dass er hin und wieder auf Tour geht und Freunde mitnimmt,
Amateure, wie den Hans Wild aus Ulm mit seiner Gitarre, berührend
ehrlich, den Christian Presch aus Bielefeld am Bass, weil er, das musikalische
Unikum, unschlagbar in seinem Genre, eben auch anderen eine Chance geben
möchte. Dass einer über
30 Jahre Musik macht, die sich nicht am Markt orientiert, sondern den "Gebeutelten"
ein bisschen Mut macht, ist ein heute seltenes Zeichen für kulturelles
Rückgrat und politische Ehrlichkeit.
RN 27. April 2004
Ein unverwüstlicher
Straßenmusikant
"Klaus der Geiger"
bei den "Waldgeistern" in Dornstadt"
(aku) Es gibt Konstellationen, die "passen" einfach, ohne dass man dies rational begründen könnte. So passte der Auftritt von "Klaus dem Geiger" mit seiner Band "Maximum Terzett" an diesem Abend im positivsten Sinne in den Saal der urigen Kneipe "Wildwechsel", zu den veranstaltenden "Waldgeistern Dornstadt" und nicht zuletzt zu den rund 120 Besuchern aller Altersschichten, die sich am abwechslungsreichen Programm erfreuten.
Schon der "Steckbrief" von Klaus von Wrochem liest sich abenteuerlich, obwohl seine Vita ganz seriös begann. In Köln hat er unter Mauricio Kagel und keinem geringeren als Karl-Heinz Stockhausen Musik studiert, war dann Violinist und später Komponist in Boston und San Diego. Aus politischen Gründen erhielt er keine Visum mehr in den USA, kehrte nach Deutschland zurück und dem konventionellen Leben den Rücken. Er entwickelte sich als "Klaus der Geiger" zum Straßenmusikanten und Bürgerschreck mit einem Schuss Anarchie. Sein politisches Engagement führte ihn überall dort hin, wo es Widerstand gegen das Establishment zu leisten galt, ob es um Hausbesetzer-Szene, Startbahn West oder Castortransporte ging. Als genialer Provokateur spielte er für Obdachlose, lebte im Bauwagen und im Hüttendorf und landete sogar im Knast.
Vor gut 10 Jahren
kreuzten sich die Wege dreier Individualisten. "Klaus der Geiger" traf
auf Hans "Festl" Wild, einen gitarrespielenden Kleinkunst-Kneipenwirt aus
Schelklingen bei Ulm, und auf Christian Presch, der den Kontrabass zupft
und als "Vorstandsvorsitzender von Deutschlands erster von einer Arbeitsloseninitiative
gegründeter AG" in Bielefeld residiert. Schon war das "Maximum Terzett"
ins Leben gerufen, das sich am vergangenen Freitag im "Wildwechsel" vorstellte.
Thematisch geht es vorwiegend um gesellschaftspolitische Inhalte, um Auflehnung
und Protest, musikalisch wird äußerst vielschichtig operiert.
Zur Melodie von Queens "We are the champions" wird "Wir haben alles im
Griff - den deutschen Michel, Hammer und Sichel ..." und aus dem Kinderlied
"Drei Chinesen mit dem Kontrabass", bei dem auch das Publikum sofort mit
einsteigt, wird "Das sind doch alles potentielle Terroristen." Die meisten
Texte bieten Klassenkampf in Reinform: "Armes Land, reiches Land" beschreibt
eine erbarmungswürdige BRD, in "Kriegstreiber" wird die Bush-Administration
an die Wand genagelt und "Ein Hoch auf die letzten ehrlichen Schurken"
geißelt den Werteverfall bei den Autoritäten (Esser, Ackermann),
ohne jedoch die Mitschuld des Volkes zu verleugnen. ("Die Erde längst
ein Pulverfaß, wir glotzen in die Röhre ...") Alles schonmal
da gewesen, könnte man denken, doch von den kategorischen und unnachgiebeigen
Revolutionsattitüden der 60er Jahre hat sich das "Maximum Terzett"
in einer Art Altersweisheit entfernt, der würzige Schuss Galgenhumor
verleiht dem Auftritt eine lockere und heitere Note. Der "Gartenzwerg,
der heimlich onaniert" spült die stets latente Anarchie der Songtexte
an die Oberfläche und zur Melodie des Kindermagazins "Löwenzahn"
kokettiert "Klaus der Geiger" mit seiner optischen Ähnlichkeit zur
Figur des Peter Lustig. Natürlich öffnet Klaus musikalische Nischen
für seine Mitstreiter an Gitarre und Kontrabass, läßt ihnen
Luft, sich zu entfalten. Doch dominiert das ebenso perfekte wie virtuose
Geigenspiel des Hauptakteurs, mal steichelt er seine Violine, mal schlägt
er auf sie ein oder droht sie zu zersägen.Vermutlich hätte
das "Maximum-Terzett" bis zum Morgengrauen weiter gespielt, doch standen
noch "Wild Chill" auf dem Programm. Nach einer Pause hat sich der
"wilde Haufen" aus Röckingen wieder zusammen gefunden ......
Reutlinger Nachrichten;
4.6.03
Klaus der Geiger spielt im Reutlinger Nepomuk auf
Ein Kernkraftwerk
für den Gartenzwerg
Er heißt Klaus von Wrochem, nennt sich Klaus der Geiger und macht seit Jahrzehnten Strassenmusik. Im Cafe Nepomuk trat er mit seinem "Maximum-Terzett" auf - die Zuschauer waren von den aufmüpfigen Texten und den mit viel Drive gespielten Folknummern ziemlich angetan.
Reutlingen. Klaus
der Geiger ist mittlerweile über sechzig Jahre alt, aber immer noch
Strassenmusiker aus Überzeugung, Wahl-Kölner und ein Bürgerschreck
der ersten Stunde: Es gibt kaum eine Fußgängerzone, die Deutschlands
bekanntester Street-Fiedler noch nicht unsicher gemacht hätte. Auch
in Reutlingen war er vor mehr als zehn Jahren mal zugange. Mit der politischen
Schärfe seiner Angriffe gegen die Mächtigen im Lande wurde er
zu einer Art politischem Gewissen der Domstadt. Ein "Strassenmusik-Süchtiger",
der sich zum Sprachrohr für die Sorgen und Nöte der Verlierer
machte. Seit Jahrzehnten trifft man ihn auf beinahe jeder Demonstration.
Sein politisches Engagement brachte ihm unzählige Prozesse ein, sogar
mehrere Gefängnisstrafen. Auf der Bühne hat der Geiger mit politischer
Botschaft über die Strassenmusik hinaus eine interessante eigene Stilrichtung
entwickelt. Unverkennbar ist der Einfluss aus der Liedermacher-Szene der
70er-Jahre, sozialkritische Texte nehmen einen wichtigen Part ein. Begleitet
wird Klaus von zwei alten Freunden am Kontrabass und an der Gitarre. Sie
gehören nicht zu der Art Musiker, die allzu viel Wert auf musikalische
Feinheiten legen. Dafür bieten sie jede Menge schnörkellosen
Folkrock mit einer mitreißenden Live-Power. Was das Trio mit dem
ungewöhnlichen Namen "Maximum-Terzett" zusätzlich von manch anderen
Strassenmusik-Trios unterscheidet, sind die pfeilschnellen Solobeiträge
des Bandleaders auf der Geige sowie die markanten Gegensätze von rasanter
Strassenmusik und ruhigeren Balladen. Publikumswirksam ist das allemal.
Die Fans im Nepomuk waren schlicht begeistert. Zwar wird die Musik manchmal
hingerotzt, als hätte Klaus der Geiger mindestens die Routine des
dienstältesten Kapuzinergruft-Führers, doch blitzen zwischendurch
mannigfache Momente auf, die von höchster Klarheit zeugen, von einer
immens expressiven Poesie. Und das ist es wohl, was ihn ausmacht, was ihn
unterscheidet von denjenigen Strassenmusikern, die es nicht von der Fußgängerzone
auf die Bühne geschafft haben. Dabei hetzen die drei Musiker häufig
mit viel Tempo und einem unglaublichen Sinn für heftige Rhythmik durch
die Songs. Hat man bei manchen Stücken wie "Armes Land" noch die Möglichkeit,
den Takt mit dem Fuß mitzuhalten, ist die Gefahr groß, bei
"Top, aber bekloppt" oder "Ausgerechnet heut" den Boden unter den Füßen
zu verlieren. Zeit zum Luft schnappen gibt es trotzdem, beispielsweise
wenn langsamere Stücke erklingen, in denen fast schon lyrische Melodien
entstehen. In zartfühlender Weise gönnen sie uns für einige
Minuten Erholung vom Sturm der Fiedeltöne. Und dann ist da ja noch
dieser gewisse Reiz, den die Open-Air-Musik dieses Trios stets ausstrahlt.
So bieten Klaus und seine Freunde zwar wenig Spektakuläres, dafür
haben sie einige Eigenkompositionen ("Nachbar" oder "Ich brauch ein Kernkraftwerk
für meinen Gartenzwerg") im Repertoire, die es allemal verdient hätten,
auch mal im Radio gespielt zu werden.

Das Maximum-Terzett beim Bardentreffen in Nürnberg (1997)